Die Hütte – Ein Film über Gott und Leid

Ungefähre Lesezeit: 4 Minuten

Die Hütte

Gestern lief er wieder mal im deutschen Fernsehen. Ein herausragender Film, den man meiner Meinung nach gesehen haben sollte. Die Hütte – ein Wochenende mit Gott, bietet Tiefgang und interessante Motive – aber nicht nur das, sondern noch viel mehr. Ich möchte dich heute motivieren, den Film anzusehen – aber noch viel mehr zum Thema “christliche” Filme schreiben.

Warum nun auch noch Filme?

Schon lange überlege ich, ob auf diesem Blog Platz für Rezensionen sein könnte. Nungut, richtige Rezensionen werden es nicht werden, eher Kommentare. Als ich sah, dass der Film über Ostern im Fernsehen lief, dachte ich mir, ich probier es doch einfach mal. Gesehen habe ich ihn erstmals schon ganz am Anfang im Kino.

Da ich auf den Film verlinke, und auch eine kleine Provision bekommen würde, solltest du ihn erwerben, muss ich kurz deutlich schreiben: Dieser Beitrag enthält Werbung!

Immer wieder mal kommen Filme mit christlichen Motiven im Mainstream Kino. Sicher angeführt von Die Passion, gab es kürzlich Neuauflagen großer Klassiker wie Noah oder God’s of Egypt. Die Hütte, ein Roman mit christlichem Hintergrund, wurde auch verfilmt.

Manchmal stoße ich im Internet dann auf Bewertungen solcher Filme, die mein christliches Herz in Fremdscham versinken lassen. In Bezug auf Die Hütte sind manche nahezu unverschämt. Sie strotzen vor rassistischem und fundamentalistisch-aggressivem Vokabular – und lassen natürlich auch nichts Gutes an dem Werk.1 Geht es nicht am Ende um etwas ganz anderes?

Wir sprechen von einem Film!

Bevor man irgendeine theologische Keule auspacken muss, sollte man die Fakten sehen. Wir unterhalten uns hier über einen Film. Dieser Film basiert auf einem Roman. In diesem Roman hat jemand nach einem Unfall eine Vision. Niemand erhebt den Anspruch auf realistische Abbildung der Welt oder perfekte Visualisierung von Wahrheit. Ein solcher Film ist unterhaltende Illusion, die eine Botschaft transportieren kann. Mehr muss es manchmal doch gar nicht sein…

Ich gebe dir gerne Beispiele:

Ganz am Anfang wird es doch schon klar. Da steht ein Mann im Schneetreiben und macht seine Einfahrt frei. Mal ehrlich, jeder normal Denkende würde warten, bis der Schnee aufhört. Auf jeden Fall bei einer derart kleinen Schneedecke. Als Mack auf den Rücken fällt, landet er mit einem fiesen Knacks. Ist das realistisch? Also aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich nicht mehr aufstehe, wenn es auch nur ein zehntel mal so laut knackt… Es geht weiter, dass er kurze Zeit später seinen Sohn reanimiert. Einige wenige leichte Drücker auf den Brustkorb bringen den Jungen zum atmen. Das ist medizinischer Blödsinn…

In einem Film ist es erlaubt, Illusion aufrecht zu halten. Leuchtstoffröhren schalten sich in Filmen mit einem lauten Geräusch ein. Die Darsteller haben immer das passende Geld im Restaurant und treffen bei jedem Wurf den Mülleimer. Es wird nie nach einem Parkplatz gesucht und nach zu wenig Schlaf sehen alle Leute immer ansehnlich aus, manche sind sogar geschminkt…

Die Hütte weckt emotionale Schranken

Wenn du dir einen Film ansiehst, geht es nicht darum, etwas über die Wahrheit zu lernen. Das hat dir deine Mama hoffentlich schon sehr früh erklärt. Das, was im TV läuft, ist nicht real! Es weckt aber Emotionen. Manche denken über ihr Leben nach, andere lernen von den Ideen, die vermittelt werden.

In Die Hütte geht es um emotionale Schranken. Da ist ein Mann, der seinen Vater vergiftet hat und seine Tochter an einen Kinderschänder verlor. Täter und Opfer zugleich. Zutiefst zerbrochen und von Gewalt in der Biografie gekennzeichnet. Kaum ein Zuschauer wird sein wie er. Trotzdem stellen sich quasi alle eine Frage: Warum lässt Gott das zu?

Die Hütte gibt dir an dieser Stelle erste Schritte für Antworten. Es geht nicht darum, alles zu glauben. Vieles ist Film. Mit Jesus auf dem Wasser zu laufen oder Menschen in Farben zu sehen sind eher dem Fantasy-Genre zuzuordnen.

Einige Dinge sind schlicht und einfach esoterischer Quatsch!

Manches ist aber wirklich genial – und du findest es auch in der Bibel:

  • Gott hat keine Rasse
  • Man darf die Welt nicht durch den eigenen Schmerz betrachten
  • Gott ist gut
  • Jesus sucht Momente der Entspannung
  • Gott hat eine mütterliche Seite
  • Manchmal muss man sich nützlich machen
  • Träume sind wichtig
  • Gott hat jeden lieb
  • Schuld geht bis an den Anfang zurück
  • Toten Kindern geht es gut
  • Böses ist nicht automatisch schlecht
  • Jüngerschaft findet nur im Kontakt mit Jesus statt

Diese Liste könnte ich noch unendlich weiterführen. Das nimmt dir wahrscheinlich aber die Lust am Film. Deswegen ermutige ich dich: Schaue selbst mal hin. Entdecke dann in deiner Bibel, was passt und was nicht…

Es geht um zwei Dinge

Es geht in meinen Augen zunächst um zwei große Dinge, zwei große Fragen. Zunächst um eine Antwort auf die Theodizee. Sie geht aber natürlich lange nicht weit genug.2

Als zweites geht es aber auch um die Frage, wie und wer Gott ist. Hier punktet der Film Die Hütte für mich radikal. Gott wird nun mal nicht endgültig dargestellt. So facettenreich und geheimnisvoll zugleich habe ich noch kaum eine Sammlung von Gottesbildern gefunden. Nein, hier wird kein geschlossenes System geliefert. Das ist auch gut so. Gott ist im Film nicht so oder so oder so – sondern alles auf einmal. Faszinierend…

Kein Mensch kann Gott jemals in seiner absoluten Größe erfassen. Auch du nicht, selbst dann nicht, wenn du bibeltreu bist.

Simon Birr

Der Film spricht gleichermaßen Opfer, wie auch Täter an. Darin hat er eine große Stärke. Ich bin überzeugt, du kannst dich in diesem Film wiederfinden. Denk darüber nach. Lass deine Sicht auf deine Existenz erweitern. Es geht am Ende nicht um theologische Spitzfindigkeiten. Es geht um Gott und um dich. Seid ihr in Kontakt?

Weitere interessante Beiträge:

Die Hütte - Pinterest

PS: Kurzes Nachwort. Darf man Filme empfehlen, an denen man selbst große geistliche Dinge zu kritisieren hat? Na selbstverständlich!!! Es gibt keinen perfekten Film. Das ist unmöglich. Also kann ich selbstverständlich das zeigen, was ich unter all dem Schlechten dieser Welt Gut finde… ;) ;) ;)

  1. Mal ehrlich. Liebe Geschwister, falls ihr denn wirklich welche seid, die Sache mit der Liebe habt ihr noch nicht ganz verstanden, oder? Sucht in eurer Bibel mal nach dem Wort Liebe und wie Jesus die in seinen Worten mit der Vokabel Gebot verbindet… Und mal ehrlich, ganz ehrlich: Glaubt ihr wirklich, Jesus wäre ein Weißer gewesen?
  2. Jemand, der gerade vergewaltigt wird, hat mit dieser Erklärung keine große Hilfe. Anfänge zum Nachdenken sind aber enthalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.