Ein Kampf für Gott?

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Carsten sagt Gott kämft

Es hört sich in heutiger Zeit absolut eigenartig an. Fast schon verstörend. Für Gott kämpfen? Ein Kampf für Gott und seine Sache? Heiliger Krieg? Kreuzzug? Carsten geht in diesem Gastbeitrag auf einen Kampf für Gott ein – und betont sehr schnell, worum es eben nicht geht. Du solltest auf jeden Fall den ersten Teil von Carstens Worten auf www.sbirr.de kennen…

Aber wie kommt man überhaupt darauf? Die ganze Welt schreit auf, wenn der IS wieder die Waffen für die Sache Gottes in die Luft streckt. Wie kann man da heute von einem Kampf für Gott sprechen?

Alles geht zurück auf einen Vers von Paulus:

Kampf für Gott

„Kämpfe den guten Kampf des Glaubens. Erringe so das ewige Leben“ 
1. Timotheus 6,12

Ich weiß, ich werde öfter mal aufsässig und übermütig. Gott sagt mir, dass er für mich kämpft. Aber ich will auch selbst etwas tun – und darf es auch. Das soll dann aber „der gute Kampf des Glaubens“ sein. Und was ist das? Dem forschen wir heute nach. Wichtig ist, dass du dir nicht nur einen einzelnen Bibelvers nimmst und irgendwas darauf aufbaust. Mit einzelnen Sätzen, aus dem Zusammenhang gerissen, kann man manche Schlechtigkeit begründen. Lies also 1. Timotheus 6 komplett, dann wirst du schon eine Menge weniger Fragen haben…

Was nun, Passiv oder Aktiv?

Im Brief von Paulus an Timotheus ist es vorbei mit passivem Verhalten. Die Verben sind hier voll mit Kraft und Aktivität: Fernhalten, Bemühen, Kämpfen, Festhalten.

Rein passiv ist das Leben mit Gott garantiert nicht, auch wenn viele das Christentum so sehen. Sie sagen, man müsse nur auf Gottes Handeln warten – und tun dies ein Leben lang…

Im Gegenteil: wenn wir etwas als gut und richtig erkannt haben, müssen wir es auch aktiv tun. Diese scheinbaren Widersprüche stören uns ja immer wieder, oder? Für uns kämpfen lassen, auch mal passiv werden. Dann aber wieder im Kampf um christliche Werte und richtige Entscheidungen aktiv werden.

Die Bibel liefert eine Antwort auf den Zwiespalt:


Alles hat seine bestimmte Stunde,
und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit…
Steineschleudern hat seine Zeit,
und Steinesammeln hat seine Zeit;
Umarmen hat seine Zeit,
und sich der Umarmung enthalten hat auch seine Zeit…

Aus Prediger 3 

Der Trick ist mal wieder, zu unterscheiden. Natürlich nicht nur aus dem Bauch raus. Es geht um Entscheidung in Verbindung mit Jesus und durch seinen Geist. Durch diesen ist er ja bei uns und in uns.

Stell dir folgende Fragen im Kampf für Gott:

  • Was ist gerade dran?
  • Ist es Zeit zu handeln und nicht länger zu warten?
  • Ist es Zeit, Ruhe zu bewahren und sich keinen Kopf zu machen?

Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, es heißt nicht einfach: “Alles hat seine Stunde.” Es heißt: “Alles hat seine BESTIMMTE Stunde.” Gott weiß es schon vorher. Es lohnt sich also, mit ihm zu reden und zu fragen, wofür die Zeit jetzt gerade reif ist und wofür nicht. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass uns die Antwort nicht überfordern wird. Gott mutet uns nicht mehr zu, als wir auch leisten können.

Also: Es geht nicht darum, jede Situation und jeden Menschen mit aller Gewalt ändern zu wollen. Diesen Kampf dürfen wir Gott überlassen.


Unser Kampf für Gott soll darin bestehen, anders zu leben.

Carsten Arhelger

Du sollst selbst leben, was du von anderen erwartest.

Das allein ist schon manchmal ein echter Kampf. – In uns. Man kommt sich ja regelmäßig wie der Dumme vor, wenn man das Richtige tut und die anderen nur an sich selbst denken und dadurch scheinbar Vorteile genießen!

Da kriegen wir also eine Aufgabe gestellt, mit der wir genug Beschäftigung haben werden: Gute Werte liefert uns die Bibel viele: Liebe, Respekt, Gerechtigkeit… Gott liebt diese Werte, weil er uns liebt. Er hat sie uns gegeben, damit unser Miteinander gelingen und das Leben optimal laufen kann. Wenn alle Menschen danach lebten, würde die Welt sicher anders und besser aussehen. Dann wäre es auch leichter, selbst danach zu leben. So wie die Welt aber ist, müssen wir um diese Werte kämpfen. Nicht aufgeben und nicht mitmachen bei den anderen Gesetzen und Werten der Welt: Da meine ich z.B. Erfolgssucht, Durchsetzungsvermögen und Selbstbehauptung. Wenn andere diese Werte mit ungerechten Mitteln verfolgen, kann ich sagen: Darauf kommt es mir nicht an! Da mache ich nicht mit. Ich suche nicht nur meinen eigenen persönlichen Vorteil. Die Werte von Jesus lasse ich nicht links liegen, nur weil es scheinbar der Weg der Mehrheit in der Welt ist.

Kampf für Gott

Warum ist das alles so?

Es gibt unter Christen einen Ausdruck: “Mitten in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt.”

Nicht von dieser Welt zu sein, bedeutet genau das. Die Werte von Jesus zu leben und nicht die gerade üblichen Werte unserer Umgebung.

Mitten in dieser Welt zu sein, bedeutet: Wir sind bewusst in unsere Situation hineingestellt und haben eine Aufgabe: Mitten in der Ungerechtigkeit (auch zum eigenen Nachteil) etwas Gutes bewirken! Jesus hat das perfektioniert und ist dafür bis in den Tod am Kreuz gegangen. Wenn das mal kein Nachteil ist! Letztendlich hat ihm das aber den ultimativen Vorteil eingebracht: Die Auferstehung und einen ewigen Platz in der Herrlichkeit Gottes. Das gilt auch für uns, wenn wir mit Jesus verbunden bleiben.

Er macht uns Mut und gibt uns Kraft. Mit ihm zu gehen heißt, als Kinder Gottes Gott nachzuahmen. Es heißt: Einen Beitrag zu leisten, damit Gott in dieser Welt wieder eine gute Rolle spielt.

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