Ultraflexibles Videolicht für kleines Geld

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Kann man professionelles Videolicht für wenig Geld bekommen? Selbstverständlich! Der Markt wird derzeit von hunderten, nein tausenden verschiedenen Produkten überflutet. Wie kann man aber für möglichst wenig Geld in die Materie einsteigen und nach oben große Erweiterungsmöglichkeiten behalten?

Schau dir mal das obrige Bild an. Und nun rate, was mich diese Lampe gekostet hat. Die Antwort: Knapp 20 Euro. Ok, wenn ich ganz ehrlich bin, haben natürlich die einzelnen Komponenten auch mal Geld gekostet, nun liegen sie aber in meiner Ausrüstungskammer „einfach rum“. Das einzige, was anzuschaffen war, war ein besonderer Adapter. 

Mir kam eine Idee. Eine Lösung, ohne im Netz zu recherchieren oder eine Idee bei Pinterest zu sehen. Vielleicht hätten diese Idee auch andere, mir ist aber kein derartiger Beitrag dazu bekannt. Deswegen möchte ich sie heute hier vorstellen.

Anmerkung: Die Links zu den Produkten sind Affiliate Links. Deswegen deklariere ich diesen Beitrag unbedingt als WERBUNG! Ehrlich gesagt schreibe ich diesen Beitrag aber eher, um dir Anregungen zu geben, nicht um die Produkte zu verkaufen.

Warum Videolicht?

Auf der Startseite vom Blog sieht man, dass ich regelmäßig Videos produziere. Auf meinem YouTube Kanal beantworte ich derzeit einmal pro Woche eine Frage, die mir gestellt wird. Schau doch gern einfach mal vorbei:

Die ersten Videos waren unterdurchschnittlich. Das war mir in großen Teilen natürlich auch schon bei der Veröffentlichung bewusst. Da ich aber ein Typ bin, der gerne ausprobiert und die Ergebnisse dann auch zeigt, sind sie jetzt (noch) online. Ganz besonders erinnere ich mich an ein Video. Da war nicht nur die Sprachqualität beschissen, auch die Beleuchtung stimmte überhaupt nicht. Schade eigentlich, denn das Thema war mir irgendwie besonders wichtig.

Gute Videos brauchen gutes Videolicht!

Ab diesem besagten Video war klar, dass gute Videos auch gutes Licht brauchen. Aus dem Fotostudio war mir das zwar eigentlich schon logisch, aber manchmal braucht es einen Moment, bis es Klick macht. Im ersten Schritt wurde also der Schreibtisch im neuen Büro nach den Lichtverhältnissen ausgerichtet. Fenster von vorn und Fenster von der Seite.

Eines Tages habe ich aber zwei Videos produziert, als es draußen schon dunkel war. Es musste also eine Lichtquelle her. Sie war auch schnell gefunden, bei mir stehen nämlich zwei Studioblitze mit 100W Einstelllicht rum…

Kurze Bemerkung nebenbei: Es muss nicht immer das sein, was die anderen haben. Man braucht auch nicht nur die Ausrüstung, die in diversen YouTube Videos empfohlen wird. In der Regel hat man alles, was man braucht zuhause. Es reicht, mit offenem Blick durch die Wohnung zu streifen…

Warum teuer, wenn es auch einfach geht?

An dieser Stelle könnte ich natürlich aufhören. Kaufe dir irgendein Licht, vielleicht ein Studiolicht – und du wirst glücklich… Die Dinger machen super Licht, haben aber zwei Nachteile. Zum einen sind sie in günstigen Varianten ziemlich laut. Mich selbst stören jegliche Art von Lüftern massiv! Zum anderen sind es in der Regel reine LED Panels, ohne Möglichkeit für Lichtformer. Gute Videolichter mit dem Anschluss für Lichtformer sind nicht günstig. 

Dann fiel es mir aber ein: Aus meiner Stobistenzeit kannte ich einen Blitz-auf-Bowens-Adapter. Mit einem solchen Adapter kann man einen handelsüblichen Kompaktblitz montieren, das ganze dann auf einem Stativ montieren und am Ende mit einem Lichtformer des Bowens-Systems versehen. 1

Nun der Klou:

Mit einem Kompaktblitz kann man für Video natürlich überhaupt nichts anfangen. Da ich aber derzeit ein wenig renoviere, fiel mir etwas anderes ins Auge:

In die Aufnahme für den Blitz kann man auch eine handelsübliche E27 Fassung einspannen! Es ist sogar eine kleine runde Aussparung dafür vorhanden!

Verstehst du? Die günstigste Lösung für Videolicht dürfte eine flackerfreie E27 Tageslichtbirne in einer stinknormalen Fassung sein. Mit dem oben erwähnten Adapter kannst du eine solche Fassung nun auf einem Stativ montieren und Lichtformer aller Art anschließen. Nie wieder Stress mit zu hartem LED Licht. Keine Probleme mit ungewollten Schatten und Spiegelungen. Keine nervigen Lüfter und Freiheiten ohne Ende!

Nach oben sind alle Möglichkeiten offen!

Nun kann man natürlich experimentieren. Genau das geht mit ganz billigen Lichtsystemen leider nicht so gut, besonders nicht mit denjenigen, die fest verbaute Lampen in den Softboxen haben.

Also: Finger weg von den sogenannten Einsteiger-Komplettsets für Videolicht. Unten rechne ich dir gleich vor, wie günstig du im Einstieg loslegen kannst. Viel wichtiger ist aber: Nach oben gibt es dann keine Grenze mehr!!!

Durch mein Hobby-Fotostudio besitze ich schon mehrere Softboxen, Striplight, BeautyDish, Snoot und Standard-Reflektoren. Ich habe mehrere Stative, unter anderem auch eines mit Galgen, zum genauen Ausrichten des Lichtes. All dieses Equipment kann ich nun als Videolicht nutzen. Um die Lichtfarbe zu verändern, kann ich zum einen auf ein breites Arsenal an LEE-Folien zurückgreifen, zum anderen aber auch auf eine Vielzahl von Glühbirnen. Das Bild ganz am Anfang habe ich übrigens mit einer 1 EURO – China – Edison – Bulb Glühbirne gemacht

Der Einstieg ist total günstig!

Ein Adapter kostet ca. 19 Euro.

Eine Fassung kostet unter 8 Euro.

Ein Stativ für Einsteiger kostet ca. 17 Euro, auch wenn hier natürlich ein höherer Preis auch für höhere Qualität stünde…

Eine Tageslichtbirne beginnt bei 7 Euro.

Du siehst: Mit knapp 50 Euro hast du den Grundstein, um ganz große Dinge zu zaubern…

So könntest du direkt erste Filme drehen…

Der Trick liegt nun in unterschiedlichen Lichtformern und verschiedenen E27 Birnen. Natürlich, das muss man beachten: Je größer der Lichtformer, umso heller muss eine Birne sein.

Pass auf:

Eine riesige Softbox für ganz und gar weiches Licht gibt es für unter 30 Euro.

Standardreflektoren gibt es auch für unter 30 Euro!

LED Birnen mit weit über 1500 Lumen bekommst du für unter 20 Euro.

Unter 100 Euro hast du damit also ein Hauptlicht, welches dir in Zukunft alle Möglichkeiten offen hält. Der Punkt ist ja folgender: Was du nun hast, gehört dir! Mit jeder Anschaffung kannst du dieses System erweitern, machst aber keine Verluste. Verstehst du, wie ich das meine? Bei einem günstigen Einsteiger-Set kann man am Ende vielleicht noch Stative und Glühbirnen übernehmen, wenn man einen teureren Lichtformer haben will. Bei diesem Entwurf schraubt man den neuen Former einfach dran und kann die alten Gerätschaften für Hintergrundlicht oder anderes weiter nutzen.

Stell dir vor, was du nun mit Striplight und Parabol-Softbox oder dem oben gezeigten Beauty-Dish für Effekte zaubern könntest. Natürlich kostet so etwas dann mehr. Es lohnt sich hier aber, ein Stück langfristig zu denken… Meine Taktik war damals in der Anschaffung, jeden Monat 20 Euro zurück zu legen und dann über einen längeren Zeitraum die einzelnen Materialien anzuschaffen.

Die Lichtwirkung entscheidet!

Am Ende sind es Schatten und Glanzlichter, Kontraste und Facetten, die den Unterschied in einem Video machen. Falls du dich über die Lichtwirkung der hier vorgestellten Technik weiter informieren möchtest, nochmal die Einladung auf meinen YouTube Kanal. Dort kannst du die Geräte in Aktion sehen…

Über die Bedeutung von Videolicht wird heutzutage leider viel zu wenig geschrieben. Dabei gehört es zu den absoluten Grundlagen, wenn man gute Clips aufnehmen möchte. 

Heller Vordergrund und dunkler Hintergrund, Kopflicht oder Farbakzente. Alles keine Probleme mehr, weil „mein“ System nach oben erweiterbar ist. 

Ich wünsche dir viel Erfolg für deine Produktion!

Vielleicht hast du auch eine Anmerkung oder einen Fehler in meinen Überlegungen entdeckt? Lass mir gerne einen Kommentar da, ich freue mich immer wieder, Neues zu lernen.


  1. An Bowens passen auch günstige Lichtformer, wie Walimex oder noch unbekanntere Marken.

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