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Vorsicht vor religiösen Typen

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7. Februar 2019
Ungefähre Lesezeit: 3 Minuten

Manchmal fasziniert er mich, dieser Jesus. Besonders dann, wenn er es mit Typen zu tun hat, die religiös sind. Sein Umgang mit ihnen ist unglaublich spannend. Seine Wortwahl würde man heute niemals für angebracht halten – und doch scheint sie ihm wichtig und richtig zu sein.

Aber der Reihe nach… In Israel gab es vor zweitausend Jahren große Aufregung. Da lief ein Mann durch die Gegend, der konnte sich nichtmal an die einfachsten Regeln halten. Andauernd setzte seinen eigenen Kopf durch.1

Dabei war es doch eigentlich so einfach. Gottes Gesetz war bekannt. Man wollte es auf keinen Fall brechen, also gab es eine Reihe von Vorschriften, die als gute Leitlinien galten. Wenn man ein wenig Zeit investierte, die Regeln lernte, konnte man sich auf ein problemloses und sicheres Leben freuen. Man selbst hatte es ja in der Hand.

Der Ruhetag ist heilig!

Es ging zum Beispiel um den Ruhetag, den Sabbat.2 Am Ruhetag sollte man chillen, Gott die Ehre geben und auf keinen Fall arbeiten. Man durfte damals auch nur eine bestimmte Anzahl Schritte vom eigenen Land aus gehen.3 Alles war genau festgeschrieben.

Dann war da aber dieser Typ, der für Unruhe sorgte. Er tat etwas, was am Sabbat verpönt war: Er heilte einen Menschen. Unmöglich. Da hätte er doch wenigstens mal fragen können, oder? Darf man sowas? Ist das in Ordnung? Es ist spannend:

Da diskutieren Menschen mit dem über den Sabbat, der den Sabbat gemacht hat.

Und sie glauben, sie wären im Recht. Traurig und armselig. Das Menschenleben wird abgrundtief armselig, wenn es sich nur noch um religiöse Richtlinien dreht, damit ein wie auch immer geartetes Gotteswesen betüdelt oder besänftigt werden soll…

Jesus hat dafür kein Verständnis.

Schlangenbrut nennt Jesus diese Typen. “Ehebrecherisches Geschlecht” kommt ihm über die Lippen. Er hat kein Verständnis für solche Leute. Also wählt er auch keine freundlichen Worte. Er macht das, was wir heute für unanständig halten. Er bewertet, gebraucht Du-Botschaften und konfrontiert die Menschen mit ihrem Schicksal. – Alles als sündloser Mensch.4

Wo war das Problem?

Das Problem entsteht an der Stelle, an der Menschen nur noch religiös sind. Sie kennen alle Regeln. Sie glauben sogar, sie halten sich an alle Regeln. Ihre Doppelmoral sehen sie überhaupt nicht mehr. Sie sind eifrig dabei, wenn sie andere be- oder verurteilen können.

Sie kennen hunderte Gebete auswendig, haben aber noch nie mit dem Allmächtigen gesprochen.

Sie haben eine feste Meinung, klare Vorstellungen, wie die Welt zu laufen hat – aber sie glauben nicht. Sie bekommen es nicht auf die Kette, einem Typ, der anders, als ihre Vorstellung von Gott ist, zu vertrauen. So viele Anzeichen waren eindeutig. Sie sahen, wie ein Mensch gesund wurde. Sie erlebten einen richtigen Exzorzismus. Kurz danach bitten sie aber um ein Zeichen. Er selbst, Gott vor ihnen, reicht nicht. Traurig. Schade.

Glaube macht den Unterschied

Bei Jesus geht es nicht um Religion. Es geht um Glaube, um Vertrauen, um eine persönliche Beziehung zu ihm. Hüte dich vor religiösen Menschen. Gib ihnen keinen Raum in deinem Leben. Sie führen dich auf einen Weg, der mit Jesus und seinem Reich kein Stück zu tun hat.

Mein Name ist Simon Birr. Ich bin Pastor. Ganz bestimmt bin ich immer mal wieder ein frommer Mann. Aber auf keinen Fall bin ich religiös5

Es lohnt sich, meine Beiträge auf dem Blog www.sbirr.de anzusehen, da nur dort die ganzen Fußnoten angezeigt werden…


  1. Du möchtest den Beleg aus der Bibel finden? Lies mal Matthäus 12. Einmal, zweimal, dreimal – dann werden dir vielleicht die Augen aufgehen…
  2. Ganz grob vergleichbar mit unserem Sonntag.
  3. Betrat man allerdings wieder eigenes Land, zählten diese Schritte von Neuem. Findige Leute hatten also immer einen Beutel mit Erde aus dem eigenen Acker dabei…
  4. Deswegen reden Christen (ich meine jetzt keine Religösen, sondern “echte” Christen) immer wieder davon, Jesus als Vorbild zu nehmen. Denk da mal in aller Ruhe drüber nach… Jesus als Vorbild? Auch mit solcher Wortwahl? Wo kämen wir denn da hin?
  5. Damit es am Ende auch die letzten verstehen, mit “religiös” meine ich die Selbstgerechtigkeit in Matthäus 12 – nicht das, was du eventuell über deinen Glauben an Jesus Christus sagen würdest…
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6 Comments
  1. Antworten

    Peter Reimer

    9. Februar 2019

    Mir fallen zu den „religiösen Menschen“ aus deinem Bericht die heutigen Ideologen vorwiegend des linken Parteien- und Meinungsspektrums ein, auch wenn es dort einige kluge Menschen und Politiker gab und gibt – sehr viele aus diesem Lager scheinen zu wissen, wie die Welt geht, sie wissen, was jeder zu denken hat, damit dieser Planet endlich zu einem friedlichen Ort wird, überall und für alle…außer natürlich den Intoleranten – für die gibt es keine Gnade. Dafür wurde der Begriff „Toleranz“ bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Unterschiedlichkeit, andere Meinungen, andere Glaubenssätze werden nicht geduldet. Linksideologen wähnen sich moralisch genau auf der richtigen Seite, alle anderen liegen falsch, weil nur da, wo sie sind, richtig sein kann. Da gibt es auch nichts zu diskutieren. Toleranz gibt es nicht mehr bei diesen Ideologen, die ihre Vorstellungen zur Religion erkoren haben und diese fanatisch ausleben. Toleranz wird nur gegenüber jenen geübt, die sich ohnehin gedanklich gleichschalten lassen. Es wird nicht mehr über Meinungen diskutiert sondern nur noch nach Gesinnungen geforscht, ganz schnell unter Verdacht gestellt und noch schneller hart und (selbst-)gerecht verurteilt. Das ist eine neue Art Religiösität, die mir manchmal ganz schön Sorgen macht…

    • Antworten

      Simon

      9. Februar 2019

      Danke lieber Peter für diese guten und wertvollen Gedanken!

  2. Antworten

    Anonymous

    8. Februar 2019

    Ersetze die Worte „Gott“ und „Jesus“ durch „Mitwelt“ , ? !/???

    • Antworten

      Anonymous

      9. Februar 2019

      Dann kommt eine Botschaft raus, die der Autor nie gedacht hat…

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Pastor Simon Birr
Hessen, Germany

Hi, mein Name ist Simon und dies hier ist meine kleine Welt. Als Pastor suche ich nach uralten Weisheiten für die heutige Zeit. Als Digital Native lerne ich immer wieder gerne neue Techniken und Methoden kennen.