Was nehme ich mit?

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Was nehme ich mit...

Was nehme ich von dieser Veranstaltung, Konferenz, Freizeit mit? Wie schaffe ich es, nicht alles wieder zu vergessen? Viele Jahre habe ich tolle Erfahrungen gesammelt, gute Eindrücke gehabt und geniale Veranstaltungen erlebt. Viele Jahre habe ich Material gesammelt um es dann „hinterher“ „irgendwann“ „wenn ich Zeit habe“ zu bearbeiten. Viele Jahre habe ich große Stapel und Sammlungen angelegt – und dann mit dem schlechten Gewissen und dem großen Druck gelebt, alles irgendwann noch bearbeiten zu müssen.

Mittlerweile bin ich entspannter geworden. Warum? Weil ich begriffen habe, dass ich eh nicht alles schaffen werde. Alleine in diesem Jahr gab es schon eine Gemeindeleitungsklausur, die BU Freizeit, das BUJU, ein Festwochenende im Dorf, die große Jugendfreizeit in Italien.1 und eine „Missionseinsatz“ Tour nach Dessau. Wenn ich alle Impulse, die ich hier bekommen habe, auswerten möchte, bin ich damit viele Wochen beschäftigt. Eigentlich habe ich aber keine Zeit dafür. Weitere große und gute Dinge stehen an. Außerdem sind diese Veranstaltungen auf so viele verschiedene Menschen ausgelegt, dass gar nicht alles für mich von Bedeutung ist. Manches kann ich direkt abhaken und vergessen…

Konkrete Methode:

Mir hilft es, wenn ich mich zum Ende der Veranstaltungen kurz Zeit nehme und mir einige wenige Fragen beantworte. So weiß ich deutlich, was ich mitnehmen kann, was ich bearbeiten möchte und wie ich weiter kommen will. Am Ende einer Auswertung schaue ich dann in meinen Terminkalender und lege direkt einen Zeitpunkt fest, an dem ich zuhause nochmal zurück denken will. So weiß ich, dass mir nichts durch die Lappen geht und dass ich die wichtigsten Impulse auf jeden Fall nicht aus den Augen verliere.

Zunächst frage ich mich, was meine Highlights waren. Was hat mir am meisten Spaß gemacht? Was hat mich berührt? Was hat mich angesprochen? Diese Highlights deuten meistens schon in eine gewisse Richtung, was ich auf jeden Fall mitnehmen möchte.

Ich frage mich aber auch, was mein absolutes Lowlight war, was mir überhaupt nicht gefallen hat. Meistens ist es so, dass ich darauf auf einen Punkt in mir stoße, der eigentlich ein Arbeitsfeld ist.

Wenn ich mich über etwas ärgere, ärgere ich mich auch über einen kleinen winzigen Punkt in mir.

Simon Birr

Wenn ich über die Highlights und Lowlights nur wenige Minuten nachdenke, komme ich auf meine konkreten Themenfelder, die die Veranstaltung angesprochen hat. Ich merke, wo ich weiterarbeiten möchte, wo ich mich verändern sollte, worüber ich nochmals nachdenken werde und wo ich meinem Leben eine andere Richtung geben will. Diese Themenfelder schreibe ich mir zunächst ganz wertfrei auf, so dass ich sie nicht vergesse. Wenn ich etwas mehr Zeit habe, kann ich natürlich sehr ausführlich schreiben. Wenn ich weniger Zeit habe, reichen kurze Notizen.

Die wichtigste Erkenntnis:

Zuletzt frage ich mich, welche konkreten Aufgaben und Ziele sich daraus ergeben. An dieser Stelle wird mir das Wörtchen „konkret“ immer wichtiger. Ich möchte an solchen Stellen nicht mehr überlegen, was ich tun könnte und was eigentlich mal gemacht werden müsste. Dann notiere ich mir, was mir unbedingt wichtig ist, was ich tun werde, was ich verändere, was ich bedenken werde, meistens sogar schon mit einem ersten Termin, an dem ich dann zuhause weitermachen kann.

So weiß ich, dass mir das Wichtigste und Wesentlichste nicht verloren geht. So behalte ich den Überblick und ärgere mich nicht einige Monate später, dass alles einfach im Alltagsstress untergegangen ist und verpufft… Für mein persönliches Glaubensleben ist das eine große Hilfe – für den pastoralen Dienst sicher auch…

Checkliste:

  • Highlights
  • Lowlights
  • Themenfelder
  • Aufgaben und Ziele
  1. Kleine Anmerkunge: Bei den Freizeiten gehe ich jetzt von meiner Teilnehmerperspektive aus, die professionelle Auswertung aus Mitarbeitersicht ist natürlich noch eine andere Sache…

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