Ziele setzen (S.M.A.R.T.)

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Immer wieder stehe ich vor der Herausforderung, Ziele zu formulieren. Manchmal wundere ich mich, warum ich dann aber nicht weiterkomme, obwohl meine Ziele in meinen Aufgabenlisten stehen. Oft liegt es an den Formulierungen. Je präziser ich formuliere, desto wahrscheinlicher komme ich weiter.

Bei aller Vielfalt, die sich mittlerweile unter dem Stichwort „Ziele setzen und erreichen“ im Netz findet, komme ich doch im praktischen Gebrauch immer wieder zu der guten alten SMART Methode. Sie ist nicht allzu komplex und lässt sich schnell auf die kleinen Dinge des Lebens – aber auch auf die vielen Fragen innerhalb der Gemeindearbeit – anwenden. Sicher gibt es auch andere Methoden und Möglichkeiten – mit dieser komme ich aber in vielen Fällen gut zurecht.

Letztendlich geht es darum, Ziele nach bestimmten Richtlinien zu formulieren. Diese Linien helfen, gute Formulierungen zu finden und einen konkreten und abgesteckten Weg einzuschlagen. So verzettel ich mich nicht, so bleibe ich am Ball und so erreiche ich, was ich mir vorgenommen habe. Bei SMART steht jeder Buchstabe ursprünglich für einen Begriff (mit meinen Übersetzungen):

S – specific (spezifisch)

M – measurable (messbar)

A – assignable (abtretbar)

R – realistic (realistisch)

T – time-related (terminiert)

Mittlerweile gibt es nahezu unzählbare Varianten mit unzählbaren Begriffen, die für SMART eingesetzt werden können. Das ist gut so. Damit ist und bleibt diese Methode erweiterbar und assimilierbar. Soweit man es zurückverfolgen kann, gehen die ursprünglichen Begriffe auf George T. Doran zurück, der im Jahr 1981 den Artikel „There’s a S.M.A.R.T. way to write management’s goals and objectives“ schrieb. Hier betont er neben der Vorstellung seiner Überlegungen zwei weitere Aspekte. Zum einen geht es ihm grundsätzlich darum, dass man sich einen kurzen Moment Zeit nimmt und die formulierten Ziele reflektiert. So könne man dann gute Formulierungen finden und das Erreichen der formulierten Ziele begünstigen. Zum anderen geht es ihm aber auch darum, dass diese fünf Aspekte nun nicht in jedes einzelne Themenfeld hineingepresst werden müssen. Er schreibt: „It should also be understood that the suggested acronym doesn’t mean that every objective written will have all five criteria.“ Für die Gemeindearbeit scheint mir dies besonders wichtig! Bei manchen Zielen gibt es einfach keine messbaren Ergebnisse. Gerade wenn es um geistliches Wachstum geht, sind unsere Messinstrumente doch so menschlich, dass sie nur minimal effektiv eingesetzt werden können. Es geht also nicht um ein stumpfes abarbeiten einer Liste. Es geht darum, die Sinne zu schärfen, um mit guten Formulierungen besser arbeiten zu können.

Einige praktische Ideen für die Gemeindearbeit:

S – specific (spezifisch)

Ein Spezifisches Ziel heißt, dass es nicht in einer vagen und variablen Formulierung verbleibt. Ein Ziel ist kein Wunschtraum und keine Vision. Nicht: „Wir wollen als Gemeinde wachsen“, sondern „Wir wollen neue Menschen in unserem Gottesdienst oder in unserem Arbeitskreis x oder in unseren Hauskreisen begrüßen“.

M – measurable (messbar)

Geistliches Wachstum ist kaum mit vergleichbaren Methoden messbar, das habe ich oben schon geschrieben. Aber trotzdem gibt es Ziele, die man messbar formulieren kann. Nicht: „Ich will mehr Bibel lesen“ sondern „ich will folgende Bücher oder Kapitel in der Bibel lesen“ hilft eine große Sache konkret zu machen.

A – assignable (abtretbar)

Mit abtretbar ist hier die ausführende Instanz gemeint. Ein Ziel bleibt solange ein Wunschtraum, bis sich jemand um dieses Ziel kümmert. Wer ist zuständig? Wer macht was? Wer kümmert sich? Nicht „wir müssten mehr beten“ sondern „Diese eine konkrete Gruppe mit konkreten Personen wird sich regelmäßig zum Gebet treffen!“

R – realistic (realistisch)

Wenn ich ein Ziel erreichen möchte, muss es für mich auch realistisch erreichbar sein. Natürlich ist Gott groß – und er denkt auch groß! Aber um seine Ideen und Visionen in unseren Zielen konkret zu formulieren, müssen wir uns innerhalb unserer Möglichkeiten bewegen. Nicht: „wir wünschen uns tausende Bekehrungen“ sondern „wir beten und arbeiten mit diesem / diesen konkreten Menschen, weil wir ihre Sehnsucht wahrnehmen.“

T – time-related (terminiert)

Wenn ich weiß, wann ich ein Ziel erreicht haben möchte, kann ich konkrete Schritte einleiten. Ohne Terminierung verbleibt es in der vagen Zukunft, ich kann es vor mir her schieben und ärgere mich nicht, wenn ich es nicht erreicht habe. Also nicht „wir sollten mal über ethische Fragen nachdenken“ sondern „wir wollen in den kommenden x Monaten über die ethischen Felder x und y sprechen…“

 

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