WordPress Backup Strategie

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Ein Fehler in WordPress kann schnell zum Super-GAU werden. Ohne vernünftige WordPress Backup Strategie gibt es dann große Probleme. Wer es einmal erlebt hat, ist vorbereitet. Wer es noch nie erlebt hat, meint normalerweise ihn wird es eh nie treffen. So schnell kann es aber gehen. Plötzlich läuft WordPress nicht mehr. Ein falsches Plugin, eine falsche Einstellung. Für Spielkinder wie mich ist es manchmal sogar nur eine gute gemeinte Änderung am Quelltext. Plötzlich ist es Fakt, WordPress geht nicht mehr.

Kurzer Hinweis: In diesem Beitrag erwähne ich meinen Hosting-Anbieter, das ist Werbung…

In den Jahren, in denen ich meinen Blog betreibe, habe ich schon vieles erlebt:

  • Ein Hackerangriff hat meinen gesamten Webspace lahmgelegt.
  • Mein Hosting Provider hat Insolvenz angemeldet und mir nur sehr kurzfristig Bescheid gesagt.
  • Ein Plugin hat das gesamte Backend zerschossen.
  • Ein neues Theme hat alle Inhalte durcheinandergebracht.
  • Durch dumme Spielereien an der htaccess war die Seite nicht mehr erreichbar.
  • Ein Fehler in einer PHP Datei (selbst produziert) hat den ganzen Blog zerstört.

An die ersten beiden Probleme erinnere ich mich noch ganz genau. Damals hatte ich nämlich keine umfassende Sicherung. Plötzlich war einfach alles weg. Das erste Mal musste ich etwa zwei Wochen Arbeit investieren. Das war noch zu Zeiten von Soulstormer.de. Der Hackerangriff kam von Satanisten, denen meine Seite ein Dorn im Auge war. Beim zweiten Mal war ich ein wenig besser vorbereitet, musste aber trotzdem noch eine ganze Nacht alles wieder herstellen.

Mit den Jahren hat sich so eine gewisse WordPress Backup Strategie entwickelt. Ganz sicher ist diese Strategie irgendwie doppelt- und dreifachgemoppelt. Das beruhigende Gefühl, dass kommen könne, was will, ist aber einfach schön. Heute stelle ich dir meine fünf Säulen meiner WordPress Backup Strategie vor. Eines kann ich dir schon vorneweg sagen: Sie kommt ohne jegliche Plugins aus.

Hast du schon meine kleine Liste zur Ersten Hilfe bei WordPress Problemen gelesen? Dort findest du einige weitere Hilfen, falls dein WordPress eines Tages Zicken machen sollte.

Wordpress Backup Strategie

1. Ordnung in der Contenterstellung

Wenn ich neuen Content erstelle, gehe ich immer gleich vor. Jeder Beitrag bekommt einen eigenen Ordner. Der Text wird zunächst im Text-Editor geschrieben. Bildreiche Beiträge werden auch in diesem Editor fertig gemacht. Alle Bildmaterialien liegen im selben Ordner, sowohl in der Ausgangsversion, als auch optimiert und angepasst. Wenn ein Beitrag dann zu WordPress wandert, kommt dieser ganze Ordner ins Archiv und wird dort dauerhaft gespeichert.

Diese Ordner mit Content liegen in der Cloud. Ich kann also jederzeit und überall auf sie zugreifen. Sie sind mehrfach auf externen Festplatten gesichert und können weltweit abgerufen werden.

Das ist natürlich keine Instant-Backup Lösung. Ich weiß aber, dass meine Beiträge alle einzeln gesichert sind. Im äußersten Fall der Fälle habe ich hier alles, was ich für einen Neuaufbau der Seite benötige. Innerhalb einer Arbeitswoche könnte ich meinen Blog vom absoluten Nullpunkt an auf wieder zum Laufen bringen.

2. Integriertes WordPress Backup

Eine nicht sehr umfassende, aber funktionierende Lösung ist der WordPress-Exporter. Mit nur einem Klick bekommst du eine XML Datei, die du in andere, aber auch in deinen eigenen Blog einlesen kannst. Hierin werden sämtliche Beiträge, Seiten, Kommentare, Kategorien und Schlagwörter gespeichert. Gibt es also ein Problem mit den Inhalten der Datenbank, kann man über diese Sicherung schnell den Status von Tag X wieder herstellen. Zweimal habe ich schon über diese Backupversion meine Seite retten können. Ein Klick und fertig.

Bilder werden auf diese Art und Weite nicht mit gesichert. Sie werden auch nicht in der Datenbank, sondern auf dem Server gespeichert. Sie hätte ich natürlich alle noch in der Cloud, könnte daher also problemlos auf sie zugreifen. Das ist aber alles mit viel Arbeit verbunden und so gehe ich manchmal einen Schritt weiter:

3. Voll-manuelles Server Backup

Ein WordPress-Blog ist im Wesentlichen über zwei Bereiche aufgebaut. Auf der einen Seite sind es die Dateien und auf der anderen Seite die Datenbank. Beide kann man problemlos sichern. Sofern ich den selben Webspace weiter nutze, kann ich einfach alle Dateien auf dem Server löschen, die gesicherten Dateien aufspielen und der Blog läuft exakt so weiter, wie er zum Sicherungszeitpunkt aussah.

Für diese Sicherung brauche ich zwei Hilfsmittel, nämlich ein FTP-Programm und eine MySQL Software.

Über das FTP Programm kann ich auf die Dateien zugreifen. Seit vielen Jahren nutze ich hier schon FileZilla. Grundsätzlich gibt es viele andere Softwarelösungen. Es reicht aber die einfachste Version von allen. Über das FTP Programm suche ich den Ordner, in dem alle Dateien liegen (bei mir heißt er html) und speichere diesen gesamten Ordner auf meiner Festplatte.

Als MySQL Software habe ich bisher ausschließlich PhpMyAdmin genutzt. Es funktioniert. Über meinen Hoster flatbooster.com kann ich diese Webanwendung öffnen und auf meine Datenbanken zugreifen. Dort gibt es eine Export- und eine Importfunktion. Über Export kann ich eine gesamte Datenbank als Datei auf meiner Festplatte speichern. Über Import kann ich diese Datei dann wiederum in meine Datenbank einlesen.

Die Sicherungszeit hängt letztendlich nur an meiner Internetanbindung. Das WordPress Backup an sich ist in der Regeln innerhalb von einigen Minuten erledigt. Ein Wiedereinspielen kann sich über etwas längere Zeit ziehen, weil es mittlerweile über 10.000 Dateien sind, die aufgespielt werden müssten.

Wahrscheinlich brauche ich diese Backups nicht oft in meinem Leben. Diese Art von Sicherung betreibe ich auch nicht exzessiv. Dann aber, wenn ich große Änderungen vorgenommen habe, etwa ein neues Theme implementierte oder eine ganz neue Seite am laufen habe, wird es spätestens Zeit. Jedes Mal, wenn diese Sicherung erledigt ist, freue ich mich über ein Stück gewonnene Sicherheit…

4. Halb-automatisches Server Backup

Über meinen Hoster habe ich eine wunderbare Möglichkeit der Datensicherung. Im Kundenbereich kann ich mir jederzeit eine Backupdatei erstellen, die mit einem Klick wiederherstellbar ist.

Ich drücke also jedes Mal, wenn ich mich einlogge oder größere Dinge, wie neue Plugins, verändert habe (etwa einmal im Monat) auf den Button “Backup”. Der Server erstellt dann für jede meiner Homepages eine Sicherungsdatei. Es ist ein Klick, der Rest geschieht von alleine.

Sollte eines Tages mal ein Problem auftreten, kann ich wiederum mit nur einem Klick die Backupdatei zurückspielen. Sobald “wiederherstellen” gedrückt wird, ersetzt der Server alle Dateien durch die der Sicherung. Einfacher geht es fast gar nicht. Alles geschieht serverseitig, die Geschwindigkeit meiner Internetleitung ist nebensächlich. Selbst aus Pusemuckel mit einer Edge-Handyverbindung könnte ich ein WordPress Backup einspielen und den Blog zum Laufen bekommen.

Natürlich funktioniert das nur solange die Sicherungen auf dem Server liegen bleiben. Ich könnte sie zwar auch auf meinen PC runterladen, dort habe ich ja aber die Sicherung aus Punkt 2. Diese Methode ist also quasi so lange sicher, bis das Rechenzentrum abbrennt, auf dem meine Daten liegen – dann bräuchte ich mir aber auch keine Gedanken über eine kurzfristige Reaktivierung des Blogs zu machen.

5. Vollautomatisches Datenbank Backup

Die Krone meiner WordPress Backup Strategie liegt ebenfalls bei meinem Webhoster. Ich weiß, viele Webmaster bekommen nun ein wenig Angst. Für sie ist es unvorstellbar, wie man sich auf eine solch undurchsichtige Methode verlassen kann. Ich verlasse mich ja aber gar nicht auf sie. Mit Schritt 3 und 4 habe ich zwei vollständige, getrennte Backups, auf die ich vollen Zugriff habe.

Das automatische Backup ist aber um ein Vielfaches entspannter. Es geht um Folgendes: Mein Hoster erstellt laufend Backups für mich. Regelmäßig wird ein Backup meiner Datenbank gemacht. Wenn also zwischenzeitlich etwas nicht mehr funktionieren sollte, kann ich mich an den Support wenden. Dort kann man mir meinen Webseitenstand von vor maximal 7 Tagen einfach wieder einspielen. Wenn ich heute also etwas an der Datenbank kaputt mache, aber weiß, dass es gestern noch lief, ist das meist die Lösung.

Natürlich muss man diese Variante mit Kopf einsetzen. Meine Datenbanken bedienen ja nicht nur meinen Blog. Es gibt noch weitere Webseiten. Die alle würden bei einem Backup natürlich auch zurückgesetzt werden. Im Schlimmsten Fall verlöre ich also für sämtliche Seiten eine Woche Arbeit.

Wordpress Backup Strategie

Fazit

Man könnte nun noch über Backup-Plugins für WordPress nachdenken. Sie sind eine einfache und gute Hilfe, gerade dann, wenn man nicht so viel Ahnung von dem technischen Drumherum hat. Jedes einzelne Plugin verlangsamt aber auch die Seite, das wiederum wird von Suchmaschinen nicht so gern gesehen. Ich brauche so ein Sicherungsplugin nicht. Meine fünf Säulen reichen mir vollkommen aus, um in Ruhe schlafen zu können. Damit ist für mich das Thema WordPress Backup gut abgearbeitet. Maximal verliere ich ein oder zwei Beiträge auf dem Blog, die dann wiederum in der Cloud gesichert wären. Das reicht mir vollkommen aus, falls der Fall der Fälle wieder einmal zuschlagen sollte.

Wie sind deine Erfahrungen mit WordPress Backups? Hast du noch andere Strategien zur Sicherung? Lass mir doch gerne einen Kommentar da…

Kennst du eigentlich schon meine weiteren Beiträge zu WordPress?

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